Zeitungsartikel Cavallo
Ausgabe 07/2005
Die
Insel des Reiterglücks liegt im Klingberger Wohngebiet. Hinter dunklen
Tannen versteckt sich unter Efeuranken ein schmuckes Klinkerhaus, im Tal
strahlt der weißgetünchte Stall. Dort treffe ich einen jungen
Kerl um die 20, hochgewachsen, die dünnen Beinchen in eine grasgrüne
Reithose gehüllt. „Ich bin Sascha", sagt er und blickt
mir fest in die Augen. „Ich werde in der nächsten Stunde für
Sie da sein." Fehlt nur noch der Handkuß, denke ich und klappe
den Mund wieder zu. So viel Höflichkeit erlebe ich selten bei der
Ankunft in einer Reitschule.

Die Reiterpension Marlie ist eben eine Welt für sich. Vor 25 Jahren
hatte Chef Wolfgang Marlie die Nase voll vom rüden Reitstundenton
und setzte sich ab. Lange vor allem Pferdegeflüster entwickelte er
sein Unterrichtskonzept für netten Umgang mit Mensch und Tier und
bildet heute beide feinfühlig entlang der klassischen Ausbildungsskala
aus.
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